Einleitung
Was versteht man unter digitaler Inklusion?
Die digitale Inklusion zielt darauf ab, jedem Einzelnen gleiche Chancen zur Teilhabe an der digitalen Gesellschaft zu bieten, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und Chancengleichheit zu gewährleisten. Digitale Inklusion kann nicht isoliert betrachtet werden: Sie ist eng mit öffentlichen Maßnahmen verbunden, die ergänzende Ziele in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Sozialschutz und Bürgerbeteiligung verfolgen. In diesem Sinne arbeitet die luxemburgische Regierung seit mehreren Jahren daran, die digitale Kluft zu verringern und eine integrativere Gesellschaft aufzubauen.
Der Nationale Aktionsplan für digitale Inklusion
Angesichts der ersten Beobachtungen zur digitalen Kluft gründete Luxemburg 2019 eine interministerielle Arbeitsgruppe für digitale Inklusion und veröffentlichte 2021 seinen ersten Nationalen Aktionsplan (NAP) für digitale Inklusion.
Die Umsetzung dieses ersten Aktionsplans hat bedeutende Ergebnisse ermöglicht, gleichzeitig aber auch das Ausmaß und die Komplexität der kommenden Herausforderungen offenbart. Seine Evaluierung diente als Ausgangspunkt für die Arbeiten am zweiten Aktionsplan, die Anfang 2025 begonnen haben.
Die Ausarbeitung des zweiten Aktionsplans (Pdf, 1,29 MB) stützte sich auf einen partizipativen und kollaborativen Ansatz, der darauf abzielte, Erfahrungswerte einzubeziehen und zukünftige Prioritäten zu identifizieren. So wurden 33 Gespräche mit mehr als 40 Personen geführt, die sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Schlüsselakteure repräsentieren. Rund dreißig bilaterale Treffen ermöglichten zudem eine gezielte Arbeit an konkreten Initiativen, die in den Aktionsplan aufgenommen werden sollen. Diese Treffen förderten einen koordinierten und pragmatischen Ansatz, der die Besonderheiten und Kompetenzen jedes öffentlichen Akteurs berücksichtigt.
Darüber hinaus trägt dieser neue Aktionsplan zur Umsetzung der europäischen Verpflichtungen im Bereich der digitalen Transition/Transformation bei.
Wer ist betroffen?
Digitale Inklusion ist ein bereichsübergreifendes Anliegen, das die gesamte Bevölkerung betrifft. In einer zunehmend vernetzten Welt kann jeder – in unterschiedlichem Ausmaß – von den digitalen Veränderungen betroffen sein, sei es im privaten, beruflichen oder gesellschaftlichen Leben.
Bestimmte Lebenssituationen oder individuelle Merkmale können jedoch das Risiko digitaler Ausgrenzung erhöhen. Diese Verwundbarkeiten resultieren nicht nur aus technischen Schwierigkeiten, sondern auch aus kulturellen, sozialen, sprachlichen, wirtschaftlichen oder psychologischen Faktoren.
Zu den Situationen, die die Leichtigkeit oder Autonomie in der Nutzung digitaler Technologien einschränken können, gehören insbesondere:
- materielle oder wirtschaftliche Einschränkungen, die den Zugang zu Geräten oder zu einer hochwertigen Internetverbindung begrenzen;
- Lebenswege, die durch eine geringe Vertrautheit mit Technologien oder ein reduziertes Vertrauen in deren Nutzung geprägt sind;
- Barrieren der Zugänglichkeit im Zusammenhang mit körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen;
- fehlende Begleitung oder Unterstützung beim Lernen und Üben;
- Schwierigkeiten beim Erwerb grundlegender Kompetenzen, insbesondere bei Personen, deren schulischer oder beruflicher Werdegang keinen ausreichenden Kontakt mit dem Digitalen ermöglicht hat;
- Übergangssituationen, in denen gleichzeitig neue Lösungen, neue Geräte oder neue Sprachen erlernt werden müssen;
- negative Online-Erfahrungen, die die Nutzung hemmen können;
- familiäre oder erzieherische Verantwortlichkeiten, die einen spezifischen Unterstützungsbedarf erzeugen können;
- oder auch häufige, aber wenig souveräne Nutzungen, die kein kritisches oder sicheres Verständnis digitaler Umgebungen gewährleisten.
Auch wenn die digitale Inklusion in erster Linie die Bürger betrifft, stellt sie zugleich eine Herausforderung für Unternehmen dar. Diese müssen sich nicht nur an die technologischen Entwicklungen anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sondern auch sicherstellen, dass ihre Mitarbeitenden über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um digitale Werkzeuge effektiv zu nutzen.
Was sind die Prioritäten?
Der neue Aktionsplan identifiziert sechs strategische Ansatzpunkte, um den festgestellten Bedürfnissen gerecht zu werden und die gesamte Bevölkerung beim digitalen Wandel zu begleiten:
- Koordinierung des Nationalen Aktionsplans für digitale Inklusion, einschließlich Maßnahmen zur Koordination, Führung und bereichsübergreifenden Maßnahmen.
- Vertiefung der digitalen Kompetenzen, damit jeder über das für seinen Alltag und seinen beruflichen Werdegang geeignete Know-how verfügt.
- Stärkung der Motivation und Förderung des digitalen Vertrauens, damit die Bürger den Mehrwert digitaler Geräte erkennen und wissen, wie sie diese sicher nutzen können.
- Den Zugang zum Digitalen erleichtern, indem eine angemessene und für alle zugängliche Infrastruktur sichergestellt wird.
- Die Autonomie der Menschen durch Digitalisierung stärken, indem ihnen die Mittel gegeben werden, unabhängiger in ihren digitalen Aktivitäten zu werden.
- Nicht‑digitale Alternativen beibehalten, um Chancengleichheit zu sichern und niemanden auszuschließen, der digitale Werkzeuge nicht nutzen kann oder möchte.
Was wurde beschlossen?
Auf Grundlage dieser Schlussfolgerungen hat das Ministerium für Digitalisierung sechs strategische Hebel definiert, um die digitale Inklusion aller Bürger zu fördern. Diese Hebel umfassen eine Reihe konkreter Initiativen des Ministeriums für Digitalisierung und der an der Entwicklung des nationalen Aktionsplans für digitale Inklusion beteiligten Akteure.
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